SPD Ketsch kritisiert Kretschmanns Haltung zum Entenpfuhl

“Wenige Tage nachdem Ministerpräsident Kretschmann lapidar erklärt habe, dass man den Wald auch wo anders neu pflanzen könnte, wollte Landtagskandidat Andre Baumann wohl zurecht rücken was nicht zurecht zu rücken war und hat sich in seiner Stellungnahme in Widersprüche verheddert. Denn wenn er nun nur eine Nassauskiesung nicht will, hat er offensichtlich eine Trockenauskiesung immer noch im Visier. Und dies würde nichts daran ändern, dass der Wald für Mensch und Tier verloren ist und die fatale Lärm- und Verkehrsproblematik entsteht.“ so die SPD in ihrer Stellungnahme.
In seiner Pressemitteilung behauptete Baumann, dass er gegen den Bau eines Kieswerks auf dem Entenpfuhl sei. Außerdem schob er jegliche Verantwortung über die Ausbeutung unseres regionalen Waldes von der grün geführten Landesregierung und somit von seiner eigenen Partei. “Tatsächlich ist aber der Wald Entenpfuhl im Eigentum des Landes Baden-Württembergs. Und die grün-geführte Landesregierung hat den Wald Entenpfuhl an die Firma Krieger verpachtet (siehe Anhang). “ Herr Baumann erzählt uns Ketschern wie schlimm er das Kiesbauprojekt Entenpfuhl findet. Dabei hat genau seine Partei uns erst die mögliche Abholzung unseres Waldes eingebrockt!” stellt SPD Gemeinderat Ruppert fest. Hatte er in seinen 4 Jahren als Staatssekretär des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft etwa keine Zeit sich um dieses Thema zu kümmern, dass er so sehr ablehne?


Dazu kommt, dass Herr Baumann seine Position zum Projekt Entenpfuhl gegenüber der Öffentlichkeit zutiefst unaufrichtig formuliert. Er erklärt stets, dass er aus Gründen des Wasserschutzes eine Nassauskiesung im Gewann Entenpfuhl ablehnt. Die Betonung liegt ihr auf Nassauskiesung. Denn Herr Baumann vergisst dabei zu erwähnen, dass es zwei Arten des Kiesabbaus gibt: die Trockenauskiesung, die Kies oberhalb des Grundwasserspiegels abträgt und in der Regel circa 4 Meter unter die Erdoberfläche gräbt. Und es gibt die Nassauskiesung, bei der Kies oberhalb des Grundwasserspiegels abgetragen wird. “Indem Herr Baumann absichtlich bloß eine Nassauskiesung ablehnt, verheimlicht er der Öffentlichkeit, dass der Wald im Falle einer Trockenauskiesung trotzdem komplett abgeholzt werden würde. Denn auch wenn die Firma Krieger nur in 4 Meter Tiefe nach Kies graben würde, würde das kein Baum und kein Lebewesen überleben. Herr Baumanns Position würde das zulassen.” kritisieren die Sozialdemokraten.
In der Stellungnahme versucht Herr Baumann ein weiteres Mal, die Verantwortung über den drohenden Verlust des Gewanns Entenpfuhl wegzuschieben. Er behauptet, dass über das Projekt Entenpfuhl nicht in Stuttgart – und somit von seiner Regierungspartei – sondern vom Landkreis in der Region entschieden wird. Dabei verheimlicht Herr Baumann aber, dass das Landratsamt Rhein-Neckar seine Entscheidung auf Grundlage des Umweltverwaltungsgesetzes treffen muss. Dieses Gesetz ist aber ein Landesgesetz, welches somit in Stuttgart von dem Parlament beschlossen wird, in dem Herr Baumanns Partei eine Koalition anführt. Falls Herr Baumann also wirklich den Entenpfuhl retten wollte, könnte er und seine Partei das Umweltverwaltungsgesetzes so ändern, dass Nass- und Trockenkiesbau auf Trinkwassergebieten in allen Fällen verboten werden.
Die Ketscher SPD hatte bereits vor Monaten gemeinsam mit ihrem Landtagsabgeordneten Daniel Born und den umliegenden Ortsvereine eine Resolution unter der Überschrift „Rettet den Entenpfuhl“ verabschiedet und im Parlament eingereicht. Darin war ausdrücklich jede Form von Auskiesung abgelehnt worden.

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